Die chinesische Mauer

Ausblick aus dem ersten Turm

Irgendwer hier meinte, wenn man nicht auf der chinesischen Mauer gewesen ist, dann war man nicht in China.

erste kurze Pause

Von Peking aus ist das vielleicht nicht direkt nebenan, aber was ist das schon in China. Man kommt schon noch ganz gut dort hin. Wenn man sich informiert. Mannes Mitbewohnerin ist mit einem Privattaxi direkt von der Wohnung aus dorthin chauffiert worden und wieder zurück. Dafür bezahlt man dann aber auch 1200 元. Wir haben uns verschiedene Blogs durchgelesen und Tipps abgeholt. Wir sind also mit dem Bus erstmal nach Miyun gefahren (15 元) und von dort aus weiter. Das mit dem Bus war schon mal eine Geschichte für sich. Wir hatten mehrfach gelesen, dass wohl die Busfahrer und einige Taxifahrer gemeinsame Sache machen und arglose Touristen einfach viel zu früh aus dem Bus schmeißen, wo dann nur ein einziger Taxifahrer steht (und auch garkeine Haltestelle ist) der dann einen total unverschämten Preis verlangt. Da sollte man aufpassen, dass man auch gemäß Busfahrplan an der wirklich letzten Station aussteigt.

Ausblick über den restaurierten Teil

Als wir dann morgens um halb sieben im Bus saßen, sprach uns schon gleich eine an, die tatsächlich die in mehreren Berichten erwähnte Frau des Taxifahrers sein musste. Und richtig kam nach etwa der Hälfte der Fahrt son Kerl direkt zu uns und meinte, wir wären in Miyun. Alle anderen Mitreisenden waren noch im Bus, also haben wir ihn einfach ignoriert und weitergeschlafen. Laut Internet sollte die Busfahrt etwa 3:40 Stunden dauern. Nach knapp 2:30 Stunden waren wir aber schon da, also waren wir erstmal skeptisch ob sie uns nicht schon wieder verarschen wollen. Aber das Busdepot auf der einen Seite, nur mit Bussen unserer Linie war doch relativ überzeugend. Kaum ausgestiegen wurden wir direkt von den Minibusfahrern überfallen. Erstes Angebot für die einstündige Fahrt hin und auch wieder zurück 600 元. Wir hatten einen ungefähren Richtwert von 50 元 pro Person und Fahrt an die Hand bekommen. Also sind wir durch die Gegend gewandert. Manne fleißig am verhandeln. Zwischendurch ein paar Datteln gekauft und nach schätzungsweise einer halben Stunde hatten wir einen auf nur noch 250 元 komplett hin und zurück für uns beide gehandelt. Das ist vermutlich immernoch viel zu teuer, aber noch ne halbe Stunde dort stehen, war uns auch zu langweilig.

Es gibt richtige Treppen im renovierten Teil

Dann saßen wir also in dem Höllengefährt. Ein Minibus. In China wird es liebevoll „Brotauto“ genannt, weil es aussieht wie ein Brot auf Rädern. Es ist leicht, liegt zu hoch und in einem Unfall wird es vermutlich ähnlich leicht zerdrückt wie eine Coladose. Wir fühlten uns also nicht sonderlich sicher ohne Gurte mit 100 Sachen über eine zweispurige Straße zu rasen, die gerne mal spontan dreispurig wird… in eine Richtung. Das ist echt kein Witz, rechts und links überholen, okay, aber gleichzeitig? Unserem Fahrer waren auch wirklich alle zu langsam. Der hat sogar rücksichtslos in Kurven überholt oder kurz vor der Bergkuppe. Mehrmals musste er scharf bremsen und sich in eine Kolonne reinmogeln, weil ein Laster auf uns zu brauste. Ich hatte echt Panik, aber man muss zugeben, dass der Kerl anscheinend wusste, was er tat. Das einzige Mal, dass er wirklich das Lenkrad rumgerissen hat um auszuweichen, ist direkt vor uns auf der anderen Spur ein Unfall passiert. Wir sind auf jeden Fall heile angekommen und entgegen unserer Erwartung hat der Kerl uns ohne Kaution in Form von Jacken oder Anzahlung abgeliefert.

Die "Treppen" im unrenovierten Teil sind eher einfach nur Steinhaufen

Der Weg zur Mauer hoch war fast das anstrengendste der ganzen Wanderung. Es ging eine ganze Weile auf und ab hoch zur Mauer. Aber durch Wald, wenn man das so nennen kann. Und das war echt schön. So nach dem ganzen Chaos der Stadt im letzten Monat. Morgens war die Sicht noch relativ schlecht, später wurde es dann etwas besser, aber man sieht wirklich auf allen Bildern, dass der Dunst sich nicht komplett verzieht. Berge etwas weiter weg verschwimmen einfach im grau. Der Anfang, sowie das Ende unserer Wanderstrecke auf der Mauer waren nicht renoviert. Das war zwar irgendwie schöner aber auch sehr viel anstrengender dort zu klettern. Wir sind auf dem Mauerabschnitt mit dem schönen Namen Jinshanling gewandert. Im Lonely Planet war das noch ein unrenovierter Abschnitt, der zum renovierten Touristenabschnitt Simatai führt. Simatai ist derzeit gesperrt und Jinshanling inzwischen doch größtenteils renoviert, sodass erwartete Einsamkeit ziemlich ausblieb. Die spaßigsten Leute dort waren eine Gruppe Chinesen, deren Damen der Ansicht waren, für einen Sonntagsausflug auf der Mauer gehören sich Schuhe mit Absatz. Die eine war mit ihren 3 cm hohen Ballerinas noch ok im Vergleich zu den 10 cm Pfennigabsätzen neben ihr. Es gab aber schönerweise nach dem Ausgang noch ein unrenoviertes Stück mit sieben Türmen, dass man begehen durfte. Dort waren wir dann endlich etwas ungestörter, abgesehen von einem Grüppchen Studenten etwas vorraus.

Mittagspause

Hier auf dem Bild kann man übrigens sehen von wo wir losgelaufen sind. Dazu muss man das vermutlich vergrößern. Wenn man von Mannes Kopf aus die Türmchen zählt, dann ist es der dritte, wo wir hochkamen. Der höchste auf dem Bild. Das ist etwas mehr als die Hälfte der Strecke, die wir gelaufen sind.

Manne balanciert über dem Abgrund

Insgesamt sind wir 5 Stunden gelaufen, 32 Türme. Aber welche Strecke das genau war, weiß ich nicht. 10 Kilometer oder mehr. Am Ausgang wartete dann schon unser Fahrer auf uns. Die Rückfahrt war etwas angenehmer als die Hinfahrt, einfach nur weil generell weniger Leute unterwegs waren. Diesmal hat er direkt im ersten Dorf an der Bushaltestelle angehalten und Leute eingepackt, die auch nach Miyun wollten. Er hatte auch überhaupt kein Problem damit uns laut zu verkünden, dass die nur jeweils 10 元 für die Fahrt bezahlen. Die kümmert es wirklich garnicht, wenn man merkt, dass sie einen verarschen. Naja, er hat uns netterweise am Ende noch 10 元 für das Busticket zurück gegeben. 😀

Also ich muss sagen, alles in allem war das echt ein phantastischer Ausflug. Würde ich auch sofort wieder machen.

Kaiserliche Stätten II: Die verbotene Stadt

Zur verbotenen Stadt und Tian’anmen muss man natürlich auch einmal, wenn man schon in Peking ist.

meine neuen Freunde und ich

Als wir dorthin gefahren sind, war es mal wieder so voll mit smog, dass man noch nicht mal die umliegenden Gebäude vom Platz aus richtig sehen konnte. Wir sind also ein wenig dort rumgeschländert, überall Polizisten und tausende Chinesen. Ich bin innerhalb von 5 Minuten 3 mal angesprochen worden, ob jemand mit mir ein Foto machen dürfte. Danach sind wir schnell weiter gegangen, weil sich schon Ansätze einer Schlange bildeten. Man fühlt sich schon irgendwie wie ein seltsames Tier.  Wir wollten danach eigentlich weiter in die verbotene Stadt, aber weil wir nicht so ganz auf die Zeit geachtet hatten, machten die da schon zu, als wir ankamen. Das war wohl nix. Immerhin haben wir ein nettes Bild vom Eingangstor zum Tian’anmen platz  mit dem großen Vorsitzenden. Da konnten wir noch rein. Da hatte man dann auch ne ganz nette Aussicht auf den ganzen Platz.

Man beachte die phantastischen Graueffekte im Hintergrund. Die sind weder aus kamera- oder computertechnischen Gründen dort, sondern auch im echten Leben wahrzunehmen.

Wir sind dann also zwei Tage später wieder los, diesmal aber früher. Und da hatten wir auch etwas mehr Glück mit dem Wetter. Keine Ahnung, ob es geregnet hatte oder nicht, auf jeden Fall konnte man was sehen. Und wir sind auch reingekommen. Drinnen natürlich wieder jede Menge Touristen aber irgendwie wirkte es nicht so krass überfüllt, wie der Sommerpalast. Vielleicht auch, weil diese Innenhöfe einfach riesig sind. Auf der Karte sah es so aus, als ob irgendwo im linken Bereich der Anlage Grünflächen wären. Also wollten wir uns dahin begeben, aber leider waren alle Durchgänge abgesperrt. Am Ausgang stand dann eine Karte wo auch eingezeichnet war, welche Bereiche geöffnet waren. Am Eingang wäre die vielleicht sinnvoller gewesen 😀

Hier sehen wir Manne übrigens vor dem weiblichen Exemplar der Löwen. Der Knubbel, den die Löwin da mit ihrer Pranke zerquetscht, ist das Löwenbaby.

So sind wir halt einfach nur durch diverse kleinere Innenhöfe gelaufen und haben kaiserliche Betten durch schmutzige Fenster bewundert. Zum Schluss kamen wir dann in den Imperial Garden. Eine wirklich schöne Parkanlage, die man ohne all die Leute auch hätte genießen können. Wir haben uns schon Strategien überlegt wie man die am besten alle verschwinden lässt. Die Bombenwarnung bei der Polizei haben wir dann gelassen, weil dann wären ja stattdessen jede Menge Polizisten dort durch die Gegend gelaufen. Wir hätten eigentlich nur bis 5 Uhr abwarten müssen, dann schließt ja die ganze Anlage.

Wärend wir noch diverse interessante Felsformationen (allesamt irgendwie von Menschenhand gemacht) betrachtet haben, kamen schon wieder irgendwelche Leutchen vorbei, die mir mit komplett bekloppter Zeichensprache klarmachen wollten, dass sie ein Bild mit uns wünschen. Also so nen Felsgarten wär schon schön. Mit Pagoden oben aufm Felsen. Dieser hier hatte auch nen Namen, bestimmt irgendwas mit Weißheit oder Nachdenken oder Schönheit… keine Ahnung. Aber wer Lust hat kann ja gerne schauen, ob sie bei Wikipedia was darüber schreiben. Das ist der deutsche Artikel. Der englische ist etwas ausführlicher, falls wer sehr wissensdurstig ist.

Kaiserliche Stätten I: Sommerpalast

Ferien und Sonnenschein. Herrlich. Wir sind zusammen mit Bernoist zum Sommerpalast gefahren. Irgendwann so nachmittags, weil ja auch der Lamatempel relativ groß aber durchaus in einigen Stunden zu besichtigen war. Der Sommerpalast allerdings ist eine 290 ha große Parkanlage mit riesigem See in der Mitte und unzähligen kleinen Pavillions und Pagoden überall. Gleich zu Anfang haben wir eine gemalte Karte bekommen, damit wir uns auch  zurecht finden.

Wir waren gewarnt worden, dass es dort von Touristen nur so wimmelt. Freunde von uns meinten, sie wären einfach nur ergeben dem Strom gefolgt. Sowas hasse ich ja wie die Pest. Dementsprechend war dann auch der Eingangsbereich dort der pure Horror. Schreiende Eltern, schreiende Leute generell (weil normal unterhalten kann man sich ja nicht) schreiende Wächter und Führer mit Megafonen (damit man noch ein wenig lauter schreien kann). Grausig, wie man nur so viel Lärm machen kann. Wir sind also schnell einen Berg rauf geflüchtet, weil wir uns dachten, dass die Chinesen bestimmt zu faul sind. Waren sie auch und oben war es echt ruhiger.

Außerdem hatten wir dort einen super Ausblick über den See der in etwa 3/4 der gesamten Anlage einnimmt.

Den eigentlichen Palast haben wir nicht besichtigt, weil uns eigentlich gesagt wurde, dass der schon geschlossen hat. Natürlich war der noch offen, aber nochmal Eintritt bezahlen wollten wir dann doch nicht. Stattdessen sind wir wie alle anderen auch an der Mauer entlang den Berg hochgeklettert (natürlich gab es auch eine Treppe, haben wir nachher gesehen). Über die Mauer drüber sehen konnte man eigentlich nicht, aber es gab einen großen Felsen, wo man dann doch was sah. Natürlich drängelten sich da alle um Fotos zu machen. Wir haben uns dann auch mal durchgedrängelt und ein Bild ohne 400 Chinesen drauf bekommen. Wieder runter und durch das wilde Gewühl zum Wasser sind wir zum Schluss. Haben uns noch ein großes Steinboot angeschaut und dann wurden wir von diesem Drachen/Pagoden-Schiff zurück zum Ausgang transportiert.

In der Ferne im Sonnenuntergang eine einsame Pagode.

Trommelturm und Lamatempel

Ich bin mal wieder ein wenig hinterher mit dem Schreiben und so, weil das Internet teilweise so hackt. Hab heute morgen mal die Zeit gestoppt, die es braucht, eine Seite zu laden. 4:57. Und dann war die noch nicht mal richtig geladen und ich musste das neu starten.

Auf jedenfall waren wir am Donnerstag (nachdem hier endlich die Waschmaschine angekommen ist) am Trommelturm. Sieht eher aus wie ein großes Haus, aber ok. In China gibt es in sehr vielen alten Städten die Kombination aus Trommel- und Glockenturm.  Sie dienten der Zeitangabe, als es sonst noch keine Uhren oder ähnliche Geräte für die breite Masse gab. Trommel- und Glockenturm in Peking wurden 1272 gebaut und zweimal neu gebaut nach gelegentlichem Feuer. Irgendwo stand, dass tagsüber die Glocken geläutet wurden und nachts war dann die Trommel dran. Hier ist eine ganz alte Trommel. Inzwischen stehen da natürlich ne ganze Reihe Neue auf denen getrommelt wird. Allerdings nicht mehr so wirklich um die Zeit anzusagen. Wir kamen so um kurz vor halb fünf da an. Um fünf machen die meisten Touristenstädten zu, also waren wir gerade noch rechtzeitig. Und als wir da so am Eingang standen, meinte so eine Führerin dort, dass wir uns beeilen sollten, die monster steilen Treppen hochzuklettern, weil nämlich 2 Minuten später wieder ein Konzert von den Trommlern anfangen sollte. Also sind wir genau rechtzeitig gekommen 🙂 Dort oben waren auch ein paar antike Zeitmesser ausgestellt. Eins zum Beispiel wo jeden Tag 3600 Kugeln durchliefen (oder so ähnlich) und ein anderes, wo verschiedene Wasserströme aus unterschiedlichen Becken liefen und im Endeffekt so ein Bronzemännchen jede Viertelstunde acht mal klatschte… oder so. Zur anderen Seite zum Glockenturm haben wir es dann nicht mehr rechteitig geschafft, bevor der geschlossen hat. Aber ein bisschen davor posen kann man ja. Und außerdem sieht der garnicht so spannend aus. 😀

Für noch ein paar mehr Infos, es gibt noch ein paar nette Bilder von den Türmen und Umgebung, der englische Wikipedia Artikel ist etwas dürftig aber hier gibts noch ein paar Infos.

Weils ja noch so früh am Tag war sind wir weiter gezogen, an der schreienden Rikschafahrern vorbei und wieder in die Hutongs. Häuserdächer wie dieses hat man häufig. So schön verzierte Eingänge auch, aber teilweise so abgerissene Buden dazwischen. Und dann Müll einfach auf der Straße in Haufen. Jede Menge wirklich seltsame Gerüche von den vielen Straßengrills und -küchen. Manchmal riechts wirklich gut, zum beispiel mag ich die Esskastanien, aber teilweise riecht es echt zum kotzen. Keine Ahnung was das ist, aber es ist sooooo eklig. Naja, auf jedenfall sind wir einfach in irgendeine der Straßen dort reingelaufen und innerhalb von zwei Minuten waren wir von der 4 spurigen, komplett verstopften Straße mit mega Chaos kommend auf einer komplett ruhigen Strandstraße mit gelegentlichen Fahrrädern und Elektrorollern. Da haben wir uns dann an einem kleinen Straßenstand Joghurt geholt und uns gemütlich erstmal ein paar Minuten hingesetzt. Haben einen Kerl beim Schwimmen beobachtet… Eigentlich wollten wir uns noch einen Turm am Wegesrand angucken, aber der war gerade geschlossen, weil er noch auf alt getrimmt werden musste. Und nachher mussten wir etwa 40 Minuten auf den Bus warten. Eine andere Linie kam etwa 10 mal an uns vorbei, unsere aber nicht. Dafür kamen nachher gleich zwei auf einmal und der hintere war ziemlich leer 🙂

Freitag sind wir dann zum Lamatempel gezockelt. Eigentlich hätten wir uns einen Führer besorgen sollen, weil der ganze Tempel eigentlich aus einer großen Anzahl Tempel besteht, die alle ihren eigenen Zweck haben, aber auch ohne genau zu wissen worum es in den einzelnen Gebäuden geht, war es ganz nett. Wir hatten eigentlich extreme Menschenmassen erwartet, wegen der beginnenden Ferien, aber Freitag sind die Leute vermutlich erst in Peking angekommen und noch nicht direkt losgezogen. Von daher wars ok voll 🙂

Die einzelnen Pagoden unterscheiden sich im Prinzip nur in ihrer Größe und ihrem Grundriss. Vielleicht auch mal in der Anzahl Etagen oder Dachschichten. Aber ansonsten ist es mehr oder minder das hier. Rot-blau-grün gemustert, ein paar Drachenfiguren auf den Dächerecken und vielleicht etwas unterschiedliche Bemalung auf der Unterseite des Dachvorsprungs.

Diese Löwen stehen hier und da mal. Zum Beispiel vor der Pekinger Universität oder auch vor dem Sommerpalast. Hier haben wir ein männliches Exemplar mit der Kugel. Die Bedeutung hochphilosofisch: „Der Löwe spielt mit einem Ball“. Es gibt auch ein weibliches Äquivalent. Ohne Kugel, dafür mit einem Löwenjungen. Die Bedeutung: „The old is always with the young“ mir fällt grad keine richtig passende Übersetzung ein. Aber hier sehen wir, die Kerle spielen nur, während die Frauen Kinder erziehen. Aber im Vergleich zum Himmelstempel war es echt eine angenehme Überraschung. Ich hatte eigentlich erwartet, dass das wieder so touristisch überlaufen ist und das man überall Musik und Händler mit Touristenmist hat. Aber dieser Tempel wird tatsächlich noch als Tempel benutzt. Natürlich gibts es auch hier einige Touristen, aber halt keine Musik, Kerle die so aussehen als wären sie Mönche und Kissen zum Beten.

Es gibt überall Feuer wo man seine Weihrauchstäbchen anzündet und um Buddha zu ehren muss man mindestens 3 abbrennen an einem Platz. Man kann natürlich vor und in jeder Halle jeweils drei Räucherstäbchen lassen. (Aber in der Halle darf man sie nicht anzünden) Manne meinte aber, dass relativ wenig Chinesen, die da hinkommen und beten, es auch wirklich ernst meinen. Viele kommen einfach nur, kaufen haufenweise Räucherstäbchen und zwar am besten die richtig großen, fetten, und beten einfach nur um noch mehr Geld und Erfolg und größere Autos.

In einer der letzten Hallen steht eine 18 Meter hohe Statue die aus einem einzigen Sandelholzbaum geschnitzt ist. Der gesamte Baum ist 26 Meter lang, aber 8 Meter liegen unter der Erde. Das Problem ist nur, die Statue ist so groß und die Halle in der sie steht so eng, dass man die niemals auf ein Bild kriegt. Eigentlich ist das total absurd, weil diese Riesenfigur im Prinzip total eingeklemmt wirkt in der winzigen Halle. Für Interessierte empfehle ich Wikipedia oder auch diese chinesische Informationsseite.

Heute haben wir uns dann mal einen 6 stöckigen Bücherladen angeschaut. Die haben sogar ganz versteckt im Keller ein paar Bücher auf Englisch. Und wir waren in einer chinesischen Shoppingmall. Unglaublich. 8 Etagen Zeug und davon stehen gleich 5 Gebäude direkt neben einander. Ziemlich spontaner Einkauf war eine Brille. Ich hab nämlich meine verlegt und jetzt hab ich dort für noch nicht mal ein Zehntel der Preises eine Neue bekommen. Die haben da zwischen allen Haarspangen und Halstüchern mal eben meine Stärke ausgemessen und innerhalb von 40 Minuten die Gläser passend geschliffen und eingebastelt. Wir haben uns also einfach nur ein wenig anderes Zeugs angeguckt und dann dir Brille abgeholt. Ziemlich lustige spontane Aktion.

Die Stadt verschwindet

Als ich heute morgen aus dem Badezimmer geschlichen kam, dachte ich, das läg daran, dass ich meine Kontaktlinsen noch nicht drin habe, dass man nix sehen kann. Aber nein, es ist tatsächlich so smogig, dass selbst die Hochhäuser in der Nähe verblassen.

Das ist der Blick aus unserem Wohnzimmer im 11. Stock. Links im Bild sieht man noch ein Stückchen von unserem Haus.

Nadja meinte aber vor ein paar Tagen, dass sie wohl eine Wetterbombe oder so ähnlich gezündet hätten und es heute dann regnen müsste, damit wir dann am 1. Oktober pünktlich zu den Feiertagen schönes Wetter haben. Mal sehn ob das stimmt. 😀

Vor zwei Tagen waren wir abends aus um mit einer schwedisch-chinesischen Gruppe Dumpling zu machen und zu essen. (Jeder durfte eins machen und die wurden dann nachher weggeworfen) Da saßen wir in einem hintersten Hinterhof irgendwo in den Hutongs. Die Bilder sind wegen schlechten Lichtverhältnissen leider nix geworden, aber die Gegend ist echt faszinierend und irgendwann liefer ich auch noch Bilder 🙂

Heute bin ich dann auch zum ersten mal selber los und hab mir was zu essen gekauft. Ich hab ja keine Ahnung wie ich das wirklich machen soll, weil ja keiner hier Englisch spricht und chinesisch lesen kann ich nicht wirklich. (Ich kann inzwischen das Zeichen für Feuer)  Also bin ich einfach nur in den nächsten Convenient Store und hab mir Milch und irgendetwas Gebackenes geholt. Es als Teilchen oder gar Brot zu bezeichnen würde wirklich zu weit gehen, aber es schmeckt okay. Halt etwas Fluff mit Creme drin 😀 Die Milch trinkt der echte Chinese übrigens indem er einfach nur eine Ecke abbeißt und dann das Tütchen aussaugt.

die erste Woche

ist schon rum. Jetzt haben wir sporadisch auch Internet in der Bude. Allerdings nur per Kabel und für eine Person… und das VPN der KTH funktioniert auch nur manchmal (an das der RWTH komm ich garnicht ran) das heißt, mit viel Glück komm ich mal hier auf die Seite oder auf facebook. Alles sehr kompliziert.

Diese Bilder hochzuladen und überhaupt ne Seite zu laden dauert bis zu 10 Minuten. Alles sehr nervig. Zumindest müssen wir nicht mehr durch die ganze Stadt segeln um irgendwo nen Starbucks aufzutreiben. Davon gibts zwar 80 Stück, aber doch immer ein paar Haltestellen entfernt. Und dafür seht ihr jetzt das Haus wo wir wohnen. Das Teil auf der rechten Seite. Das Wetter ist sogar auch ziemlich gut. Man hat mir eigentlich permanent bedeckten Himmel versprochen, aber jetzt scheint doch die ganze Woche die Sonne.

Hier gehts in Driction Xizhimen 😀 Da waren wir unterwegs zum nächsten Starbucks und eigentlich wollten wir weiter zum Trommel und Glockenturm. Aber irgendwie wurde es dann doch zu spät und zu dunkel. Wenigtens haben wir mal nette und hilfreiche Chinesen getroffen oO Normalerweise kriegt man nur die Hand zu sehen (für „sprich mich blos nicht an“)

Wir saßen also einfach nur ein wenig im chinesischen Starbucks. Nachher sind wir dann noch durch die Hutongs gezogen. Haben uns die alten Straßen angeschaut. Leider wars zu dunkel um wirklich Bilder zu machen, aber wir haben ein paar wirklich süße Läden gefunden für Postkarten und andere Sachen. Eine Karte für 20 cent 🙂

Am Dienstag hat mir Manne dann mal seine Uni gezeigt. Alles auf einem Campus, wo man auch so durch bewachte Tore nur draufkommt. Nur Chinesen, die einen komisch angucken. Aber sie haben einen kleinen See mit Pagode in der Mitte mittem aufm Campus.

Da kann man dann chillen mitten im Wasser und wird von kleinen chinesischen Kindern begafft. Was die alle immer gucken…

Zuhause haben wir dann lustigen Tee getrunken, den uns die Putzfrau mitgebracht hat. Blumentee 🙂

Find ich übrigens irgendwie gemein, dass man hier so einfach als Student ne Putze haben kann. Naja wenn man sich die zu viert teilt ist das jede Woche 1€ für ne saubere Bude.

Ich bin dann Mittwoch morgen mal alleine losgezogen. Zum Himmelstempel. An und für sich ja schon irgendwie nett, aber alleine macht das keinen Spaß und außerdem find ich das etwas anstrengend wenn die ganzen Chinesen einen alle 2 Meter anquatschen und einem irgendeinen Mist andrehen wollen. Was ich wirklich seltsam fand war, dass dort auf dem Tempelgelände überall richtig laut Musik gespielt wurde. Und zwar nicht einheitlich das selbe und irgendwelche Entspannungs-Medtationsmusik, nö, 5 verschiedene Megaboxen-Anlagen die unterschiedliche Partymukke spielen. Das witzigste fand ich nen Kerl, der mit seiner Box aufm Rücken Karaoke-singend durch die Gegend marschierte. Ansonsten tanzten da verschiedene Kerle mit langen Tüchern an Stäben durch die Gegend aber insgesamt war es einfach zu laut und zu touristisch, als dass ich es wirklich hätte genießen können.

Donnerstag sind wir dann eingeladen worden zum Abendessen bei einem schwedischen Kumpel von Manne, der hier nicht allzu weit weg mit seinem chinesischen Freund wohnt. Nachmittags waren wir sehr fleißig und haben in der Uni gesessen und gelernt und später sind wir dann zu nem großen Supermarkt gefahren wo es tatsächlich Milch gab. (das gibts sonst vermutlich auch in so Plastiktüten, aber weil wir noch keinen Kühlschrank haben, konnten wir bisher keine kaufen) Wir haben uns also einen sehr niedlichen viertelliter Milch geteilt und dazu ein wenig Snickers gegessen. Ich hab ja keine Ahnung wie sich das ausspricht, aber lustig aussehen tuts auf jedenfall.

Freitag waren wir dann mit zwei von den Mitbewohnern hier auf so einem Fakemarkt. Da hab ich mir dann voll originale Chucks geholt, weil meine ja total auseinander fallen. Die sind billiger und von besserer Qualität als die Fake-Chucks von H&M 😀 Irgendwann hol ich mir dann noch Rolex-Jeans oder so lustige Sachen.

In einer Woche sind hier wieder Ferien, da ist dann auch Uni-frei und Manne hat vermutlich etwas mehr Zeit, mit mir Sachen anzugucken. Da gibts dann hoffentlich noch ein paar mehr Bilder (auch wenns echt nervt mit dem hochladen hier :D)

6 Stunden weniger

Bin angekommen 🙂 Bisher gibts kein Internet in Mannes Bude, also sitzen wir gerade im Starbucks. Der Flug war ganz nett, im ersten Flugzeug hab ich Flo und ein paar Kumpels aus Aachen gefunden. Im zweiten hab ich dann nur gepennt, mehr oder minder gut, und fast garnicht mitbekommen, dass man ja zusätzlich zum Visum auch noch so ein Einreiseformular ausfüllen muss.

Ich war so nervös, dass irgendwas schief geht, aber alles hat geklappt, ich bin nicht verhaftet worden. Mit dem Zug musste man dann noch irgendwo anders hinfahren um sein Gepäck anzuholen, aber meins kam dann zum Glück als eins der aller ersten raus.

Die U-Bahn sieht so aus wie bei Brummel in Korea, nur mit anderer Schrift 🙂 und die Straßen sind ähnlich abgerissen wie in Israel oder Russland (oder auch etwas schlimmer) aber wir wohnen in einem riesigen Hochhaus mit zwei lustigen Mädels aus Deutschland und einem sehr ruhigen Franzosen.

Bei IKEA waren wir natürlich als erstes für Bettwäsche und haben aus als erstes auf der ultraweichen Matratze im Eingang ausgeruht. Unsere Matratzen verdiehnen den Namen eigentlich nicht wirklich. Statt nem Lattenrost haben die Betten einfach einBrett und die Matratze besteht aus einem Metallkäfig und ist dementsprechend eigentlich Unsinn, weil man ebenso weich liegt wie direkt auf dem Brett. Nur halt etwas höher. Eigentlich sollte das ja gut für den Rücken sein, aber ich krieg eher blaue Flecken 😀

Heute waren wir dann schonmal bei der Polizei, weil ich ja nicht im Hotel wohne und darum persönlich Beschied sagen muss, wo ich wohne und vorher waren wir Essen. Das war schon interessant. Wir wollten Fisch haben und der Kerl kam dann mit dem lebenden 1,5 Kilo Fisch an in ner Plastiktüte. Das war seltsam, aber ok… Aber dann ist ihm die Tüte gerissen und der Fisch ist voll auf den Boden geflatscht. 😀

Vorherige ältere Einträge